![[PDF] Download Geld. beat .synthetic: CopyShop Abwerten bio/technologischer Annahmen Kostenlos](https://images-eu.ssl-images-amazon.com/images/I/7147JCT73PL._SS500_.gif)
Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten. ;Technologie' wird von Seiten der Industrie; Medizin; in den Medien und vermehrt auch über Kunstausstellungen als herrschendes gesellschaftliches Paradigma aufgebaut. Demgegenüber fehlt ein breiter und kontinuierlicher linker Widerstand; wie er etwa in den 80er Jahren von feministischen Gruppen gegen Gen- und Reproduktionstechnologien formuliert wurde. Dieses Buch versucht daher; einen Zusammenhang verstreuter kritischer Praxis herzustellen; die in unterschiedlichen sozialen Bereichen wie an Universitáten/Symposien; in aktionistischen Gruppen oder im Kunstbereich entsteht: Feministische und gesellschaftskritische Formulierungen; Ìberlegungen zur Rolle von Kunst bei der Á„sthetisierung von Biotechnologie; Archive; Recherchen; Á–ffentlichkeitsarbeit gegen konkrete biotechnologische Manöver oder praktische Interventionen (z.B. gegen Patentierung und Freisetzung). Es ist offenkundig; daß sich die Durchsetzung von Bio/Technologien in einem Bereich abspielt; der sich im engeren und weiteren Sinn als Kultur versteht: sie láuft auch über Darstellungen und Moden im Populárbereich und wurde im Kunstsektor mit einer Reihe von Ausstellungen vorangetrieben. Gegenwártig erweist es sich als zunehmend schwierig; zwischen einem einfachen Gefallen an Technologie und Techno-Á„sthetik; einer Angleichung an die Vorgaben der Industrie und offen reaktionáren techno-eugenischen Phantasien zu unterscheiden. Es ist daher kein Zufall; daß wir uns - beginnend mit der Veranstaltungsreihe geld*beat*synthetic - zuerst in einem Kunst-Raum formulierten. Der Ausgangspunkt unserer Kritik war; Gen- und Biotechnologien eindeutig abzulehnen; aber die eigene Verwicklung in die kulturelle Vermittlung der Technologien und ihre Attraktionen nicht nur nicht zu leugnen sondern auch produktiv zu machen. Eine Bescháftigung mit den Modellen; dem Metapherngebrauch in der Gentechnologie; mit Techno-Á„sthetik; mit den Analogiebildungen aus dem Bereich der Kommunikationstechnologien und den daran geknüpften gesellschaftlichen Utopien zeigt; daß eine Beschreibung auf der faktisch-empirischen Ebene gentechnologischer Anwendungen (Gentherapie; Pránataldiagnostik; Gentests; Pharmazie; Tier und Pflanzenzucht) zu kurz greift. Auf der anderen Seite vernachlássigt eine kulturalistische Analyse; die sich ausschließlich mit Darstellungen bescháftigt; wie sie durch die verschiedensten Medien hervorgebracht oder verbreitet werden; ihre politische Konkretisierung (die Beschreibung von Machtkonstellationen; Profiterwartungen etc.) Eine Kritik von Bio/Technologien aus dem Kunstkontext heraus wirft aber auch andere Probleme auf: Wie anschlußfáhig ist als Kunst aufgewertete Kritik; wie verláßlich sind die eigenen sozialen und politischen Zusammenhánge; welches Verháltnis besteht zum Widerstand einer radikalen Linken; wenn dieser angeschlagen ist bzw. sich im Umbruch befindet? Die Ausstellung when techno turns to sound of poetry brachte eine größere Gruppe von Künstlerinnen und Kulturakteurinnen zusammen; deren Ausgangspunkt eine feministische Kritik an Bio- und Kommunkationstechnologien war. Mit den beiden Ausstellungen Game Girl und Nature entwickelte sich eine z.T. enge Zusammenarbeit mit anderen aktivistischen oder publizistisch agierenden Gruppen; die in ihrer grundsátzlich ablehnenden Position mit uns übereinstimmen. Diese Projekte wurden zuerst in der Shedhalle Zürich - als Teil des dort seit 1994 verfolgten Programms - durchgeführt. Das Buch ist eine Zusammenfassung unterschiedlicher Ìberlegungen/Interventionen; aber noch mehr Ansatzpunkt; weiter zu gehen: Nach wie vor stellen sich einer expliziten Kritik an Bio/Technologien Schwierigkeiten in den Weg; die zuerst die Frage nach den Aussichten auf Á–ffentlichkeit betreffen. So sind KritikerInnen mit einem Desinteresse in weiten Teilen der Linken ebenso konfrontiert wie mit dem verbreiteten Mythos; die Behandlung eines Themas wie das der Biotechnologien setze Expertenwissen voraus. Nichtsdestoweniger ist es entscheidend; sich selbst gegenüber bio-politisch gestutzten Machtverháltnissen verhalten zu können; im besseren Fall organisieren zu können. geld.beat.synthetik versteht sich als Investition in eine Unternehmung; die sich die Sprengung der gesellschaftlichen Bedeutung von Biotechnologie vorgenommen hat.
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